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Geschichte des Friedhofs

Der erste christliche Friedhof lag einst um die katholische Pfarrkirche St. Pankratius. Nach der Reformation wurde nach Konfessionen getrennt bestattet. Eine Krypta, entstanden mit dem Kirchenneubau des Jahres 1739, diente bis 1784 dem Adel, den Hofbeamten und Geistlichen sowie namhaften Persönlichkeiten des Dorfes und späteren Marktfleckens als Begräbnisplatz. Die beabsichtigte Vergrößerung der Kirche und die untragbar gewordene Überfüllung mit Bestattungen erzwangen schließlich 1758 die Verlegung des Friedhofes. Drei Grabdenkmale an der Kirche weisen heute noch auf die ehemalige Nutzung des Kirchhofes hin.

Der neue Platz für den Friedhof lag südlich der heutigen Hildaschule, erschlossen von Hebelstraße (Totengäßlein) und Kronenstraße. Umgeben von einer Mauer wurden auch hier die Toten nach Konfessionen getrennt bestattet. Als der alemannische Dichter und badische Prälat Johann Peter Hebel 1826 in der Wohnung des Schwetzinger Gartendirektors Johann Michael Zeyher im heutigen Amtsgericht starb, wurde er unter großen Feierlichkeiten auf dem Friedhof folgenden Tages beerdigt. Sein Freund Johann Michael Zeyher ließ 1827 einen einfachen Stein setzen; 1859 errichtete man ein Denkmal, das noch heute die letzte Ruhestätte des Dichters und die Lage des alten Friedhofes zeigt.

Doch auch dieser Platz war mit der Zeit zu klein geworden und musste erweitert werden. Nachdem die Trennung nach Konfessionen aufgehoben war, wurde der „gemeinschaftliche Kirchhof“ im Jahr 1838 eingeweiht. Bereits 1866 dachte man über eine erneute Vergrößerung oder gar Verlegung des Friedhofes nach. Die Gründe waren wiederum Platzmangel und die Bebauung um den Friedhof, genannt sei hier die Steinhauerhütte, die eine Erweiterung nahezu unmöglich machte. Daher entschied sich der Gemeinderat 1869 für eine Verlegung an die Mannheimer Landstraße auf das „Kellertswingertsgewann“. Im Frühjahr 1870 wurde mit den Arbeiten begonnen. Architekt Breitenberger fertigte die Pläne für den neuen Friedhof. Am 1. September 1870 sollte die Ruhestätte schließlich eingeweiht werden. Doch der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 und die im Reservelazarett in den Zirkelsälen des Schlosses verstorbenen Soldaten machten eine vorgezogene Einweihung notwendig. Mit der Beerdigung des Soldaten Georg Härtel aus Breslau, der am 12. August 1870 an Wundstarrkrampf verstorben war, wurde der neue Friedhof einen Tag später eingeweiht. Für die im Krieg gefallen Soldaten vollendete der Steinmetz Georg Hassler im November 1872 das heute noch bestehende Denkmal. Im Zuge der Verlegung des Friedhofes 1871 wurden Johann Michael Zeyher und seine Gattin sowie der Naturforscher Dr. Karl Friedrich Schimper vom alten Friedhof an der Hebelstraße auf den neuen Platz überführt.

Während im Februar 1893 der jüdische Friedhof nördlich des christlichen Friedhofes eingeweiht wurde, musste 1897 der christliche Friedhof nach Norden ausgedehnt und mit einer Mauer umgeben werden. In den folgenden Jahren waren aufgrund des Bevölkerungs¬zuwachses Erweiterungen entlang der Mannheimer Landstraße bis hin zum jüdischen Friedhof erforderlich geworden. Dem Besucher fällt beim Eintritt in den Friedhof zunächst die im Jahr 1908 von Baumeister Christian Wipfinger erbaute Leichenhalle im Jugendstil auf. Weitere Blickpunkte sind die im November 2003 geweihte Totenglocke, die noch im alten Teil des Friedhofes erhaltenen Grabdenkmale namhafter Persönlichkeiten sowie die Ehrengräber und Kriegerdenkmale für die in Kriegen gefallenen Soldaten.



Ansprechpartner

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Gebäude: Hebelstraße 7
Raum: 304