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Neue Website und Flyer zum Regionalen Waldschutzgebiet Schwetzinger Hardt

Mit einer Fläche von 3.125 Hektar ist die „Schwetzinger Hardt“ im Rhein-Neckar-Kreis das größte regionale Waldschutzgebiet mit Erholungswald in Baden-Württemberg. Um den Menschen die besondere Bedeutung dieser naturräumlichen Kostbarkeit näher zu bringen, hat das Kreisforstamt in Neckargemünd jetzt eine mit vielen Bildern illustrierte Website und einen Flyer erstellt.

Die am Ende der letzten Eiszeit in der Schwetzinger Hardt entstandenen Flugsand- und Dünengebiete sind mit ihrem  besonderen Artenschatz einzigartig in Baden-Württemberg. „Doch die meisten Bewohner der angrenzenden Kommunen sind sich dessen gar nicht bewusst“, weiß Dr. Dieter Münch, Leiter des Kreisforstamtes in Neckargemünd. „Mit einem breit angelegten Konzept der Öffentlichkeitsarbeit möchten wir jetzt mehr Menschen die Besonderheiten dieser einzigartigen Kultur- und Naturlandschaft näher bringen“. In einem ersten Schritt wurden dazu ein Flyer und eine Website erstellt, über die sich Interessierte über die besonderen Lebensräume, die Waldwirtschaft und seine Geschichte aber auch den Wald als Erholungsraum informieren können. Denn ausdrücklich ist das regionale Waldschutzgebiet auch als Erholungswald für die Menschen ausgewiesen.

Die drei Funktionen – Naturschutz, Waldwirtschaft und Erholung – stehen gleichberechtigt neben einander. Um diesen Dreiklang zu gewährleisten, muss das Kreisforstamt immer wieder gezielt eingreifen und alle anfallenden Arbeiten im Wald entsprechend ausbalancieren. „Warum wir wo welche Maßnahmen durchführen, möchten wir in nächster Zeit noch besser erklären“, versichert Dr. Münch. „Denn diese einzigartige Waldlandschaft können wir in unserem dicht bevölkerten Landkreis auf Dauer nur erhalten, wenn wir die Menschen mitnehmen und bei ihnen mehr Verständnis für waldwirtschaftliche und naturschutzfachliche Maßnahmen gewinnen.“

Hier gelangen Sie zur Internetseite Schwetzinger Hardt

Mut zur Lücke im „Hirschackerwald“

Die Landschaft des „Hirschackers“, des ehemaligen Schwetzinger Stadtwaldes im Norden der Stadt, hat sich immer wieder verändert. Erste Karten aus dem 18. Jahrhundert zeigen eine parkartige Landschaft. Die Flächen wurden vielfältig genutzt: zur Holzentnahme, als Waldweide oder um Einstreu für das Vieh zu sammeln. Ab 1937 dienten sie über 70 Jahre lang militärischen Übungszwecken.

Heute hat der Hirschacker einen hohen Naturschutzwert: Auf kleinem Raum leben hier viele Arten, die anderswo selten oder verschwunden sind. Zu ihrem Schutz sind große Teile als Naturschutzgebiet ausgewiesen und Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Außerdem gehört der Hirschacker zum Nationalen Naturerbe Deutschlands – und ist Teil eines von bundesweit 30 „Hotspots“ der biologischen Vielfalt. Solche Hotspots sind Regionen, die sich durch eine besonders hohe Dichte und Vielfalt an Arten und Lebensräumen auszeichnen.

Der Hirschacker gehört zu den „trockenen“ Lebensräumen (Binnendünen und Flugsandfelder) die – neben den „nassen“ Rheinauen – charakteristisch für den Biodiversitäts-Hotspot am Oberrhein sind. Im baden-württembergischen Teil des Hotspots, der bis nach Rheinland-Pfalz und Hessen reicht, sind diese am Ende der letzten Eiszeit entstanden: In der nahezu gehölzfreien, steppenartigen Landschaft konnte der Südwestwind Sand aus dem Schotterbett des Rheins kilometerweit verteilen und zu bis zu 21 Meter hohen Dünen auftürmen.

Heute sind solche Sandflächen Mangelware, viele wurden aufgeforstet. Typische Arten haben ihre Lebensräume verloren und sind sehr selten geworden. Denn Sandstrohblume, Sandlaufkäfer & Co. brauchen kargen Sandboden und Helligkeit, dichter Wald nimmt ihnen das Licht zum Leben. Im Rahmen des großen, von Ländern und Bund geförderten Naturschutzprojekts „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ entsteht im Hirschacker wieder eine parkähnliche Landschaft mit einem Mosaik aus lichten Wäldern sowie offenen Sandflächen. Die charakteristischen Tier- und Pflanzenarten sollen Raum und Ruhe finden, um sich entwickeln zu können – ein wichtiger Baustein, um die biologische Vielfalt am Oberrhein zu sichern. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet der NABU im Rahmen des Projekts eng mit Forstverwaltung und Naturschutzbehörden zusammen.

www.lebensader-oberrhein.de

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Das Waldschutzgebiet Schwetzinger Hardt auf einen Blick.