Projektentwicklung "Schwetzinger Höfe"

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Die Entwicklung des neuen urbanen Stadtraums „Schwetzinger Höfe“ auf dem ehemaligen Gelände des Industriebetriebs Pfaudler ist die größte städtebauliche Entwicklung seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Seit dem Projektauftakt 2017 hat es einen intensiven Prozess der kooperativen Zusammenarbeit zwischen der EPPLE Projekt Kurpfalz GmbH, Heidelberg, als Investor und Projektträger und der Stadt Schwetzingen – Verwaltung und Gemeinderat – unter mehrfacher Einbindung der Bürgerschaft gegeben.

2021 kommt das Projekt endgültig von der Theorie in die Praxis. So hat nach Erteilung der Teil-Baugenehmigung zunächst im August der Erdaushub begonnen und im Herbst folgt dann der Hoch- und Tiefbau für den ersten Bauabschnitt.

Am 29. September 2021 hat der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zur weiteren Umsetzung mit städtebaulichem Vertrag und Quartiershandbuch gefasst sowie den Aufstellungsbeschluss für den Vorhaben bezogenen Bebauungsplan „Schwetzinger Höfe“ verabschiedet.

Städtebauliches Konzept

In einem mehrstufigen Workshop-Verfahren wurde in Kooperation mit drei Architekturbüros und einem Landschaftsplaner sowie mit Beteiligung von Bürgerschaft, Politik und Stadtverwaltung ein Masterplan erarbeitet, der die Grundlage für die weitere Projektentwicklung bildet.  Es handelt sich um ein städtebauliches Neubauquartier mit deutlich wahrnehmbaren urbanen Charakter. So gruppieren sich insgesamt 7 Teilquartiere mit jeweils eigenem begrünten Innenhof um einen rombusförmigen Zentralplatz, genannt „Grüne Mitte“. Die Baustruktur erlaubt eine optische und funktionale Verbindung der Innenhöfe mit der „Grünen Mitte“. Zu den Gebietsrändern wird eine weitgehend geschlossene, bandartige Baustruktur gewählt, um das Quartier vor Lärm zu schützen. Jedes Teilquartier wird mit ein bis zwei Hochpunkten markiert.

Brücke verbindet Innenstadt und Quartier

Als Teil der notwendigen, verkehrlichen Quartiersentwicklung ist der Bau einer Fuß- und Radverkehrsbrücke über die Bahntrasse vorgesehen und von besonderer Bedeutung. Diese soll als neue, attraktive, leistungsfähige und sichere Anbindung großer Bereiche der südwestlichen Stadt zu den Schulen sowie den Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten der Oststadt entwickelt werden und stellt somit nicht nur optisch eine Verbindung des neuen Quartiers zur zentralen Innenstadt dar. Die Brücke soll überwiegend aus Fördermitteln des Bundes finanziert werden.

Schallschutz

Das neue urbane Quartier liegt im Einwirkbereich der Schienenstrecke Karlsruhe - Mannheim der Deutschen Bahn, der Verkehrsachse Südtangente sowie verschiedener überwiegend gewerblich genutzter Flächen. Dies erfordert geeignete aktive und passive Schutzmaßnahmen, die sich insbesondere aus der erstellten Schallimmissionsprognose mit Schallschutzkonzept ergeben. In den Schwetzinger Höfen gilt weit überwiegend das Prinzip des passiven Schallschutzes, d.h. der Schallschutz wird an und durch die Gebäude sowie durch geeignete Grundrisse und Schallschutzmaßnahmen hergestellt. Die äußeren Gebäude entlang der Bahnlinie, der Südtangente und der Scheffelstraße schützen die Gebäude im Binnenbereich.

Preiswertes Wohnen

Im Rahmen des Entwicklungsprozesses des neuen Stadtquartiers hat sich der Gemeinderat mit dem Investor EPPLE Projekt Kurpfalz GmbH auf eine Quote von 20% verständigt. In einem intensiven Verhandlungs- und Entwicklungsprozess zwischen EPPLE Projekt Kurpfalz GmbH, der Stadt Schwetzingen und der Schwetzinger Wohnbaugesellschaft (SWG) konnte mit Blick auf eben diese vom Gemeinderat geforderte Quote ein gemeinsames Modell entwickelt werden. Mit diesem Angebot soll vor allem jungen Familien die Chance eröffnet werden, angesichts einer weiter ansteigenden Entwicklung der Immobilienpreise, Eigentum erwerben zu können.

Klima, Artenschutz und Umwelt

Aktiver Klimaschutz umfasst vorrangig Strategien zur Reduzierung von CO2-Emissionen. Im neuen Stadtquartier spielen dabei das Energieversorgungskonzept sowie das Verkehrs- und Mobilitätskonzept eine tragende Rolle.Zur Verbesserung des Mikroklimas und der Wohnqualität ist ein oberirdisch verkehrsarmes und möglichst grünes Quartier mit reduziertem Erschließungsflächenanteil geplant. Dies bedeutet auch eine reduzierte Flächenversiegelung.

Kunstkindergarten und Seniorenwohnen

Im späteren urbanen Quartier sind außer Wohnungen und Gewerbeeinheiten auch öffentliche Nutzungen vorgesehen. So wird bereits im 2. Bauabschnitt durch die EPPLE Projekt Kurpfalz GmbH ein Kunstkindergarten mit angrenzender Kunstwerkstatt errichtet. Ebenso werden im 2. Bauabschnitt Wohneinheiten für seniorengerechtes Wohnen entstehen.

Mobilität und Verkehr

Mit der Entwicklung der „Schwetzinger Höfe“ wird in Schwetzingen erstmals ein großes Stadtquartier entstehen, in dem Verkehrsflächen für den motorisierten Verkehr zu Gunsten von Grün- und Freiflächen eine untergeordnete Rolle spielen werden. Dies entspricht auch den im Gemeinderat beschlossenen Leitlinien aus dem „Forum Mobiles Schwetzingen (2012)“, wonach Zufußgehenden, Radfahrenden und dem Stadtleben insgesamt bessere Bedingungen eingeräumt werden sollen. Im Quartier sollen an zentralen Orten, z. B. im Bereich der Kunstmitte oder an den Zugängen zum Bürgerpark, alternative Mobilitätsangebote (Mobility Hubs) für Bewohner/innen, Beschäftigte und Besucher/innen geschaffen werden.  

Energiekonzept

Das Energiekonzept des Wohnquartieres zielt darauf ab, einen niedrigen End- und Primärenergieverbrauch des Quartiers zu erzielen, die natürlichen Ressourcen zu schonen und insbesondere den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 weitgehend zu reduzieren. Für die Gebäude wird ein Energiestandard nach KfW-Effizienzhaus 55 oder energetisch besser vorgegeben. Die Anforderungen des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG 2020) sollen deutlich unterschritten werden. Alle sinnvoll nutzbaren Dachflächen dienen der Gewinnung solarer Energie, bevorzugt Photovoltaik, in Verbindung mit Dachbegrünung.

Quartiershandbuch: Leitfaden für das neue Quartier

Das Quartiershandbuch ergänzt in transparenter und gestalteter Form die formalen Regelungen des Städtebaulichen Vertrags und des künftigen Bebauungsplans. Obwohl das Quartiershandbuch keine eigene rechtliche Bindung entfaltet, ist es aus Sicht der Beteiligten für die Bevölkerung und alle Interessierten der wesentliche Leitfaden für das tiefere Verständnis für das Quartier mit seiner Qualität und seinen Elementen sowie die vorgesehene weitere Entwicklung in den nächsten Jahren. Darüber hinaus legt das Quartiershandbuch die Eckpunkte für die konkrete Architektur der Gebäude und die Gestaltung und Funktionalitäten dar. Alle erforderlichen Inhalte des Quartiershandbuchs wurden im Städtebaulichen Vertrag zwischen der Stadt Schwetzingen und der EPPLE Projekt Kurpfalz GmbH vertragsrechtlich verankert.

Weitere Informationen:

Ratsinformationssystem

Projektseite "Neues Quartier in Schwetzingen"

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Ansprechpartner

Frau Andrea Baisch

Amtsleiterin

Fax +49 (62 02) 87 51 07
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