Kommunen im Sprengel regeln Unterbringung von Fundtieren neu
Kooperation mit drei regionalen Tierschutzvereinen unterzeichnet – Neuregelung spart den Kommunen Kosten und stärkt gleichzeitig den Tierschutz
Vorne v.l.: Anja Hecker (Tierschutzverein Schwetzingen), Peter Reinhard (Hundesportverein Oftersheim e.V.), Matthias Steffan (Oberbürgermeister Stadt Schwetzingen), Sven Berlinghof (Kanarien-, Exoten- und Vogelschutzverein 1961 Plankstadt e.V.) und Nils Drescher (Bürgermeister Plankstadt). (Quelle: Stadt Schwetzingen)
Um die Unterbringung von Fundtieren auf neue Beine zu stellen, unterzeichneten Mitte Dezember im Schwetzinger Rathaus die Städte Schwetzingen und Eppelheim sowie die Gemeinden Oftersheim, Plankstadt und Ketsch einen Kooperationsvertrag. Künftig werden alle in diesen Kommunen aufgegriffenen Fundtiere nicht mehr in das Tierheim Heidelberg verbracht, sondern zu drei regionalen Tierschutzvereinen.
Hintergrund sind die zuletzt deutlich erhöhten Unterbringungskosten des Tierheims Heidelberg. Dieses verlangt pro Fundtier inzwischen einen Betrag, der sich je nach Größe der Kommune berechnet (1,50 Euro je Einwohner zuzüglich Aufnahme- und Tagesgebühren). Die beteiligten Kommunen entschieden daher, den Vertrag mit dem Tierheim Heidelberg zum Ende des Jahres 2025 auslaufen zu lassen. Die Kommunen sind jedoch verpflichtet, Fundtiere und im Rahmen behördlicher Maßnahmen sichergestellte oder beschlagnahmte Tiere sicherzustellen und tierschutzgerecht zu versorgen.
Unter Federführung des Ordnungsamtes der Stadt Schwetzingen wurden daher zunächst alle möglichen Tierschutzvereine im Sprengelgebiet eingeladen und zu einer Abstimmungsrunde eingeladen. Im Ergebnis konnten der Tierschutzverein Schwetzingen e.V., der Hundesportverein Oftersheim e.V. und der Vogelpark Plankstadt e.V. als neue Vertragspartner gewonnen werden.
Im Ergebnis profitieren dadurch alle Vertragspartner
Damit konnten Tierschutzvereine zur Zusammenarbeit gewonnen werden, die auch bislang schon unterstützend Fundtiere abgenommen und an neue Besitzer vermittelt haben. Die Kommunen werden finanziell entlastet, sie zahlen jetzt nur noch 0,50 Euro für die Unterbringung der Tiere je Einwohner. Diese werden folgendermaßen auf die Vereine aufgeteilt: Je 0,20 Euro für den Tierschutzverein Schwetzingen und den Hundesportverein Oftersheim sowie 0,10 Euro für den Vogelpark Plankstadt. Das ist auch für die Tierschutzvereine eine willkommene finanzielle Hilfe. Anja Hecker vom Tierschutzverein Schwetzingen brachte es stellvertretend für die anderen Organisationen auf den Punkt: „Das ist ein positives Zeichen für den Tierschutz vor Ort. Wir freuen uns, dieser Aufgabe gerecht zu werden. Wir haben vor, mit diesen Geldern den Tierschutz zu fördern, beispielsweise in dem wir untergebrachte Katzen sterilisieren.“
Die Kooperation bietet darüber hinaus zahlreiche weitere Vorteile. Sie ermöglicht eine verlässliche Kostenstabilität und stärkt zugleich lokale Tier- und Tierschutzstrukturen. Durch die enge Zusammenarbeit werden ehrenamtliches Engagement gefördert und die regionale Erreichbarkeit bei Fundtiermeldungen verbessert. Kleinere und flexiblere Strukturen sorgen für schnellere Vermittlungen und erhöhen damit das Tierwohl. Gleichzeitig gewinnt die Gemeinde mehr Transparenz sowie bessere Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten. Insgesamt trägt die Kooperation dazu bei, den Tierschutz nachhaltig zu stärken, Verantwortung im Umgang mit Tieren zu fördern und das Tierwohl vor Ort langfristig zu stärken. Neben der finanziellen Stabilität entsteht damit auch ein Mehrwert für die örtlichen Tierschutzvereine und Tierschutzstrukturen.
