Massiv gestiegene Kosten in vielen Bereichen: Bellamar reagiert mit neuen Eintrittspreisen für Bad und Sauna
Langfristiger Erhalt des Gesamtangebotes hat oberste Priorität
Preiserhöhungen sind bekanntermaßen selten beliebt, oftmals aber unvermeidbar. Eine Binsenweisheit, die auch für das Freizeitbad Bellamar gilt. Der zuständige Schwimmbad- und Werksausschuss hat den stark gestiegenen Betriebskosten der vergangenen Jahre nun notwendigerweise Rechnung getragen und ist der Empfehlung der Bellamar-Werkleitung gefolgt. Diese hatte zur Entscheidungsfindung verschiedene Szenarien entwickelt – detailliert ausgearbeitet und differenziert dargestellt – und verbunden mit der klaren Einschätzung, dass sich der langfristige Betrieb des Bades und der Sauna-Welten nur durch eine Preisanpassung verlässlich sichern lässt.
Mit Beginn der Freibadsaison am 4. Mai erfolgt deshalb eine Anpassung der Eintrittspreise um 20 Prozent im Badbereich und um 27 Prozent im Saunabereich. Ergänzt wird die Maßnahme durch eine Erhöhung des Zuschlags an Sonn- und Feiertagen sowie einen einheitlichen Eintrittspreis für Kinder bis 6 Jahren in Höhe von 1,50 Euro. Aus Sicht der Verantwortlichen verbindet das neue Preismodell wirtschaftliche Stabilität mit einer weiterhin ausgewogenen und vertretbaren Preisstruktur – auch im Vergleich zu Freizeiteinrichtungen mit einem ähnlichen Angebot. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Bellamar als Allwetterbad während der Freibadsaison die Nutzung von Innen- und Außenbereichen zum gleichen Preis anbietet und damit nicht direkt mit reinen Freibädern vergleichbar ist. Zudem wurden – abgesehen von einer moderat ausgefallen Anpassung im Jahr 2024 – seit der umfassenden Modernisierung der Anlage im Jahr 2014 über viele Jahre hinweg keine nennenswerten Preiserhöhungen vorgenommen. Das war politisch so gewollt und geschah im Sinne der kommunalen Daseinsvorsorge, um die Preise für die Bürgerinnen und Bürger möglichst stabil zu halten. Rückblickend betrachtet hätten frühere und stufenweise Anpassungen sicherlich helfen können, den vehementen Preisschüben frühzeitig entgegenzuwirken, aber für die Entscheider beider Kommunen waren eklatante Einschnitte wie beispielsweise die Corona-Pandemie oder die fortdauernde Energiekrise, die sich in den letzten Wochen weiter verschärft hat, in dieser Form und Auswirkung nicht vorhersehbar.
Preisanpassung mit Blick auf die wesentlichen Kostentreiber alternativlos
Die Entscheidung für die jetzige Preismaßnahme ist dem Gremium nicht leicht gefallen, sie galt bei genauerer Betrachtung jedoch als alternativlos. Eine Einschätzung, die auch Oberbürgermeister Matthias Steffan und sein Oftersheimer Amtskollege Pascal Seidel im Namen der Betreibergemeinden teilen. Ein Blick auf die Kostenentwicklung der letzten vier Jahre verdeutlicht, wie stark sich die Situation verändert hat. Die Personalkosten sind von 2022 bis 2025 um rund 28 Prozent gestiegen, die Materialkosten um etwa 32 Prozent und die Energiekosten haben sich mit rund 101 Prozent mehr als verdoppelt. Unterm Strich bedeutet das: Innerhalb von nur vier Jahren sind zusätzliche Kosten von rund 1 Million Euro entstanden – und dieser Betrag fällt inzwischen jedes Jahr erneut an, Tendenz weiter steigend. Eine Größenordnung, die sich auf Dauer nicht durch kommunale Zuschüsse ausgleichen lässt und den wirtschaftlich stabilen Betrieb des Bades gefährdet. Auch mit Blick in die nähere Zukunft ist kaum mit Entlastung zu rechnen: Die aktuelle weltpolitische Lage sorgt weiterhin für Unsicherheiten und die anstehende Tarifrunde im TVöD im kommenden Jahr lässt erwarten, dass insbesondere die Personalkosten weiter steigen werden.
Blick in die Zukunft
Ob die neuen Eintrittspreise unmittelbar zu spürbaren Mehreinnahmen führen, bleibt angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Lage abzuwarten. Klar ist jedoch: Sie sind ein wichtiger und unerlässlicher Baustein, um den Bäder- und Saunabetrieb des Bellamar angesichts angespannter kommunaler Haushalte verlässlich aufrechtzuerhalten und notwendige Investitionen in Technik und Infrastruktur zu ermöglichen. Parallel dazu arbeiten die Gemeinden Schwetzingen und Oftersheim derzeit gemeinsam an einem umfassenden „Zukunftsplan 2030“. Ziel ist es, eine klare Perspektive für das Bellamar zu schaffen und das Angebot langfristig zu sichern.

