Aus dem Gemeinderat am 30. September 2026
Zehn Jahre kommunalpolitisches Engagement gewürdigt
Stadträtin Rita Erny und Stadtrat Ulrich Renkert erhalten Ehrungen des Gemeindetags Baden-Württemberg
Für ihr langjähriges kommunalpolitisches Engagement sind Stadträtin Rita Erny und Stadtrat Ulrich Renkert geehrt worden. Beide engagieren sich seit zehn Jahren aktiv im Gemeinderat und erhielten dafür die Ehrenurkunde, Ehrennadel und Ehrenstele des Gemeindetags Baden-Württemberg.
Rita Erny gehört mit Unterbrechung seit 2013 dem Schwetzinger Gemeinderat an. Ihre erste Amtszeit begann am 31. Januar 2013 und endete am 2. Juli 2014. Am 31. Januar 2018 rückte sie als Nachfolgerin des ausgeschiedenen Stadtrats Andreas Muth erneut in den Gemeinderat ein. Seitdem ist sie ununterbrochen kommunalpolitisch tätig.
Ulrich Renkert ist seit dem 29. September 2016 ununterbrochen Mitglied des Schwetzinger Gemeinderats. Mit seinem langjährigen Engagement bringt auch er seit einem Jahrzehnt seine Erfahrung und Perspektive in die kommunalpolitische Arbeit der Stadt ein.
Bebauungsplan „Südlich Hirschacker II“ als Satzung beschlossen
Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan „Südlich Hirschacker II“ mit den zugehörigen örtlichen Bauvorschriften als Satzung beschlossen.
Im Rahmen der öffentlichen Beteiligung vom 20. April bis 22. Mai 2026 gingen keine Stellungnahmen aus der Bürgerschaft ein. Von Behörden, Trägern öffentlicher Belange und Nachbargemeinden wurden insgesamt 21 Stellungnahmen abgegeben, davon sieben mit Anregungen oder Hinweisen.
Diese wurden geprüft und, soweit erforderlich, in die Planung eingearbeitet. Unter anderem werden die Schwetzinger Sortimentsliste für den Einzelhandel sowie die Anbauverbots- und Anbaubeschränkungszone entlang der Friedrichsfelder Landstraße in den Bebauungsplan aufgenommen. Zudem werden Hinweise zu nachfolgenden Genehmigungsverfahren ergänzt. Die Anpassungen haben nach Einschätzung der Verwaltung klarstellenden Charakter und verändern die Planung nicht grundlegend.
Auch die verkehrlichen Auswirkungen wurden betrachtet. Aufgrund der vergleichsweisen geringen Größe des geplanten Gewerbegebiets und der bestehenden Grundstücksanbindung wird nicht mit besonders verkehrsintensiven Nutzungen gerechnet. Die Verkehrssituation soll weiterhin im Rahmen der regelmäßigen Verkehrsschauen beobachtet werden.
Ensemble Pförtnerhäuschen: Historisches Gebäude soll neu belebt werden
Das historische Ensemble rund um das ehemalige Pförtnerhäuschen des Bundesbahnausbesserungswerks Süd soll revitalisiert und einer neuen gewerblichen Nutzung zugeführt werden. Die ehemals zwei Pförtnerhäuschen dienten als Eingang zum Werksgelände des Bundesbahnausbesserungswerks Süd mit Wagenrichthalle. Heute ist das westliche Gebäude des historischen Ensembles erhalten aber stark sanierungsbedürftig, während das östliche Pförtnerhäuschen bereits abgerissen wurde. Der Gemeinderat hat den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Nr. 99 „Ensemble Pförtnerhäuschen“ in der Fassung vom 23. September 2026 beschlossen.
Im Mittelpunkt steht das denkmalgeschützte, stark sanierungsbedürftige Pförtnerhäuschen. Es soll umfassend instandgesetzt und künftig als Vinothek mit Weinhandel und Gastronomieanteil genutzt werden. Dem historischen Gebäude soll ein moderner Spiegelbau gegenübergestellt werden, der die Formensprache des Bestands aufgreift und als Bürogebäude und Firmensitz genutzt werden soll.
Bei der Planung steht die Bewahrung der historischen Bausubstanz im Vordergrund. Fassaden, Dachkonstruktion und das charakteristische Uhrentürmchen sollen erhalten und saniert werden. Auch die Außenanlagen sollen aufgewertet werden. Vorgesehen sind großzügige Grünflächen sowie teilweise Sandsteinmauern, die neben der Gestaltung auch Lebensräume für Eidechsen schaffen. Der bereits neu angelegte, beleuchtete und von Bäumen gesäumte Fahrradweg ergänzt die Entwicklung des öffentlichen Raums.
Der geplante Neubau soll aus Infraleichtbeton errichtet werden und als zeitgemäße Interpretation des historischen Pförtnerhauses einen bewussten architektonischen Kontrast bilden. Das rund 3.600 Quadratmeter große Plangebiet bleibt als Gewerbegebiet ausgewiesen.
Die Planunterlagen werden vom 02.10.2026 bis einschließlich 06.11.2026 gemäß § 3 Abs. 2 BauGB im Internet veröffentlicht und zusätzlich ab 5. Oktober öffentlich ausgelegt. Gleichzeitig werden die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange beteiligt. Die Beteiligung der Öffentlichkeit wird zuvor ortsüblich bekanntgemacht.
Fluchttreppen in der Tiefgarage „Zentrum-Schloss“ werden saniert
Die Fluchttreppen in der Tiefgarage „Zentrum-Schloss“ – auch bekannt unter dem Namen „Marstall-Tiefgarage“ sollen umfassend saniert und teilweise erneuert werden.
Vier der insgesamt sechs Stahlbetontreppen weisen aufgrund von Feuchtigkeit, Witterungseinflüssen und dem Eintrag von Streusalz teilweise erhebliche Betonschäden und Korrosion an der Bewehrung auf. Zur Sicherstellung der dauerhaften Stand- und Verkehrssicherheit sollen die beschädigten Treppen zurückgebaut und durch neue Stahlbeton-Fertigteiltreppen ersetzt werden.
Zusätzlich sind Betoninstandsetzungen an angrenzenden Bauteilen sowie Arbeiten an Auflager- und Anschlussbereichen und Oberflächenschutzmaßnahmen vorgesehen. Die beiden weiteren Treppenanlagen weisen keinen vergleichbaren Sanierungsbedarf auf und werden lediglich oberflächlich instandgesetzt.
Den Auftrag erhält die Firma A. Jahn Bauunternehmung GmbH aus Waghäusel zum Preis von 102.335,24 EUR.
