Rondell: Vom Modellversuch zum grünen und klimaresistenten Stadteingang
Die Stadt Schwetzingen möchte das Rondell am nördlichen Stadteingang zu einem attraktiven, klimaresilienten und begrünten Stadteingang weiterentwickeln. Ziel ist es, versiegelte Flächen zu reduzieren, die Biodiversität zu stärken und das Mikroklima zu verbessern.
Ein zentraler Bestandteil ist ein sogenannter Tiny Forest: eine dicht und mehrschichtig bepflanzte kleine Waldfläche. Das Projekt soll gemeinsam mit dem Verein für Umwelt- und Naturschutz Brühl und Rohrhof e. V. umgesetzt werden.
Nachdem der Gemeinderat am 21. Oktober klar grünes Licht zu den Plänen gegeben hatte, fand einen Tag später auf dem Rondell ein Ortstermin statt, bei dem Ramon Eck vom Stadtplanungsamt gemeinsam mit Oberbürgermeister Matthias Steffan und der Vorsitzenden des Vereins Bettina Hauck den anwesenden Pressevertretern und Gemeinderäten die Planung und die Umsetzung im Detail vorstellte.
Wo kommen wir her?
Das Rondell war bislang stark durch seine Verkehrsfunktion geprägt. Brunnen, Querspange und versiegelte Restflächen bestimmten die Mittelinsel. Nach dem Bau der B 535 und der daraus resultierenden Abnahme der Verkehrsmenge wurde mit dem Modellversuch „Ampelfreies Rondell“ je eine Fahrspur zur Fahrradspur umgewidmet und die Querspange geschlossen.
Die Ausnahmegenehmigung für den Modellversuch lief bis zum 31. August 2026. Der Versuch war bewusst kein fertiger Endzustand, sondern eine Erprobungsphase: Welche Verkehrsführung funktioniert? Wo bestehen noch Konflikte? Welche Flächen werden für den Verkehr tatsächlich benötigt?
Im weiteren Planungsprozess wurde die verkehrliche Fragestellung zunehmend um städtebauliche und klimaökologische Ziele ergänzt. Vorbild war das so genannte „Kopenhagener Modell“ (Kreisverkehr Sankt Kjelds Plads in Kopenhagen): weniger versiegelte Fläche, mehr Grün sowie eine bessere Einbindung von Rad- und Fußverkehr.
Was ist geplant?
Die Erkenntnisse aus dem Modellversuch sollen jetzt in eine dauerhafte Gestaltung überführt werden, die sowohl Stadtentwicklung als auch Klimaanpassung berücksichtigt.
Geplant sind folgende Schritte: Der Rückbau des bestehenden Brunnens und der bisherigen Querspange, Entsiegelung weiterer nicht mehr benötigter Verkehrsflächen, Anlage eines Tiny Forests als zentrales Begrünungs- und Klimaanpassungselement, weitere Optimierung der Radverkehrsführung, insbesondere an der Mannheimer Landstraße / Lindenstraße und im Bereich der Tankstelle.
Stadt erhält ideelle und finanzielle Unterstützung
Für den geplanten Tiny Forest arbeitet die Stadt mit dem Verein für Umwelt- und Naturschutz Brühl und Rohrhof e.V. zusammen. Der Tiny Forest soll nicht nur ein ökologischer Baustein der Umgestaltung sein, sondern auch als Gemeinschaftsprojekt entstehen. Schulen, Vereine und weitere Akteure sollen in die Pflanzaktion, die für den Herbst 2027 geplant ist, einbezogen werden.
Für das Projekt steht eine Spende der Elektrizitätswerke Schönau eG in Höhe von 7.500 Euro zur Verfügung. Die Stadt beteiligt sich in gleicher Höhe und bemüht sich zudem um eine Entsiegelungsprämie des Landes Baden-Württemberg für das Projekt.
