Aus dem Verwaltungsausschuss am 15. Juli 2026

Inklusion in Schwetzingen weiter gestärkt – Behindertenbeauftragter und Vertreter des Inklusionsbeirats ziehen positive Bilanz

Die Arbeit des hauptamtlichen Behindertenbeauftragten der Stadt Schwetzingen hat sich auch im Berichtszeitraum vom 1. Januar 2025 bis 31. Mai 2026 als wichtiger Baustein für eine inklusive Stadtgesellschaft erwiesen. In seinem aktuellen Tätigkeitsbericht zieht Martin Köhl eine positive Bilanz: Von individueller Beratung über die Begleitung städtischer Bauprojekte bis hin zu Sensibilisierungsveranstaltungen und der Zusammenarbeit mit dem Inklusionsbeirat reicht das breite Aufgabenspektrum.
Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der persönlichen Beratung. Wöchentlich finden durchschnittlich eine ausführliche Beratung im Rathaus sowie drei bis vier weitere Beratungen per Telefon oder E-Mail statt. Die Themen reichen von Unterstützung bei Anträgen auf Schwerbehinderten- oder Parkausweise über Fragen zur Barrierefreiheit im Wohnumfeld bis hin zu Hilfestellungen bei Diskriminierungserfahrungen oder Fördermöglichkeiten. Gleichzeitig bildet sich der Behindertenbeauftragte kontinuierlich fort – unter anderem in den Bereichen kommunale Inklusion, Hitzeschutz, barrierefreier ÖPNV sowie Deutscher Gebärdensprache.
Darüber hinaus begleitet der Behindertenbeauftragte zahlreiche städtische Projekte mit Blick auf Barrierefreiheit. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung des Neubaugebiets „Schwetzinger Höfe“, der Ausbau der Ganztagsgrundschule an der Zeyher-Grundschule, die Neukonzeption des städtischen Museums, barrierefreie Übergänge im Stadtgebiet sowie Verbesserungen innerhalb der Verwaltungsgebäude. Geplant sind dort unter anderem eine Rollstuhlrampe, breitere Türen sowie eine kontrastreiche und taktil erfassbare Beschilderung.
Ein weiteres wichtiges Anliegen bleibt die Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Mit Vorträgen, Informationsveranstaltungen und Mitmachangeboten – etwa beim Schwetzinger Ferienspaß mit Rollstuhl-Parcours und Gebärdensprachkurs – wird das Thema Inklusion für Menschen aller Altersgruppen erlebbar gemacht. Auch verwaltungsintern wurde das Bewusstsein für Barrierefreiheit weiter gestärkt, unter anderem durch einen Vortrag bei der Personalversammlung. Zudem werden die Inhalte der städtischen Internetseite schrittweise um Videos in Deutscher Gebärdensprache ergänzt.
Eine zentrale Rolle spielt weiterhin die enge Zusammenarbeit mit dem Inklusionsbeirat der Stadt Schwetzingen. Gemeinsam wurden öffentliche Veranstaltungsformate, Kooperationen mit Vereinen sowie inklusive Sport- und Kulturangebote umgesetzt. Besonders hervorzuheben sind die Bundesliga-Spieltage im Powerchair-Football und Goalball, die gemeinsam mit dem TV Schwetzingen nach Schwetzingen geholt wurden. Auch die langjährige Kooperation mit der Volkshochschule bietet dem Inklusionsbeirat optimale Rahmenbedingungen für seine Arbeit.
Mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln konnte dabei viel erreicht werden: Die Gesamtausgaben des Berichtszeitraums beliefen sich auf rund 3.500 Euro. Diese entfielen unter anderem auf Aufwandsentschädigungen für die Mitglieder des Inklusionsbeirats, Gebärdensprachdolmetscher, die Weiterentwicklung der Plattform „Schwetzingen Hürdenlos“ sowie gemeinsame Projekte mit Kooperationspartnern.
Zahlreiche weitere Vorhaben stehen auf der Agenda. So wird die modernisierte Plattform „Schwetzingen Hürdenlos“ künftig allen Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, Informationen zur Barrierefreiheit von Gebäuden selbst beizutragen. Weitere Schwerpunkte bilden der Ausbau barrierefreier Wege und öffentlicher Toiletten, die inklusive Weiterentwicklung von Spielplätzen, die Einführung einer „Stillen Stunde“ im Einzelhandel für reizempfindliche Menschen sowie Maßnahmen zum Hitzeschutz im Zuge des Klimawandels.

Neben der Tätigkeit des Kommunalen Behindertenbeauftragten ist auch der städtische Inklusionsbeirat eine wichtige Säule von gleichberechtigter Teilhabe und Inklusion in Schwetzingen

Seit seiner Gründung Ende 2023 setzt sich das ehrenamtliche Gremium für mehr Barrierefreiheit, gesellschaftliche Teilhabe und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Schwetzingen ein.
Mit regelmäßigen Beiratssitzungen, dem öffentlichen „Runden Tisch Inklusives Schwetzingen“ sowie vielfältigen Projekten hat der IBS den Austausch zwischen Verwaltung, Politik, Vereinen und Bürgerschaft weiter gestärkt. Ein wichtiger Meilenstein war die Entwicklung eines neuen Logos als sichtbares Erkennungszeichen des Beirats. Zudem entsteht derzeit eine eigene Unterseite auf der städtischen Homepage, um Informationen und Angebote künftig noch besser zugänglich zu machen.
Für die kommenden Monate stehen die Gewinnung weiterer engagierter Mitglieder, insbesondere jüngerer Menschen, sowie neue digitale Kommunikationsformate im Fokus. Darüber hinaus arbeitet der Inklusionsbeirat an der Konzeption eines inklusiven Cafés als Begegnungsort und plant weitere Workshops mit Kulturvereinen, um inklusive Angebote in Schwetzingen weiter auszubauen.
 

Aufgrund von Austritten aus dem Inklusionsbeirat sind Nachbesetzungen stimmberechtigter Mitglieder erforderlich

Der Verwaltungsausschuss nahm den Vorschlag des Kommunalen Behindertenbeauftragten für eine Nachbesetzung durch Frau Jessica Jörg als Angehörige eines Menschen mit Behinderung und Frau Christine Franz-Villinger als Vertreterin einer Schule mit Inklusionsbezug zustimmend zur Kenntnis. Über die Nachbesetzung entscheidet letztlich der Gemeinderat am 29. Juli 2026.
 

Digitalisierung der Stadtverwaltung schreitet weiter voran

Die Stadt Schwetzingen treibt die Digitalisierung ihrer Verwaltung konsequent voran. Der aktuelle Digitalisierungsbericht zeigt, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte erfolgreich umgesetzt wurden, um Verwaltungsabläufe effizienter zu gestalten und den Bürgerservice weiter zu verbessern.
Ein Schwerpunkt lag auf dem Ausbau des Dokumentenmanagementsystems (DMS) mit elektronischer Aktenführung, digitalem Posteingang und der Anbindung weiterer Fachverfahren. Gleichzeitig wurden digitale Angebote für Bürgerinnen und Bürger erweitert – unter anderem durch die elektronische Wohnsitzanmeldung, Online-Wohngeldanträge, den Online-Traukalender sowie das Virtuelle Bauamt Baden-Württemberg. Auch das Handyparken gehört inzwischen zum digitalen Serviceangebot der Stadt.
Innerhalb der Verwaltung wurden mobiles Arbeiten, ein modernes Intranet, eine digitale Lernplattform sowie ein elektronisches Zutrittssystem eingeführt. Im Bürgerbüro beschleunigen digitale Unterschriftenpads die Bearbeitung von Anträgen.
Für die kommenden Jahre plant die Stadt weitere wichtige Digitalisierungsprojekte. Dazu gehören unter anderem ein digitaler Rechnungsworkflow, eine Bürger-App, die Ausweitung der Online-Dienstleistungen, papierlose Formulare, der Einsatz von Robotic Process Automation (RPA), ein hybrider Postversand sowie die Weiterentwicklung des Einsatzes Künstlicher Intelligenz unter Berücksichtigung von Datenschutz und rechtlichen Vorgaben.
Mit den bereits umgesetzten und geplanten Maßnahmen verfolgt die Stadt Schwetzingen das Ziel, Verwaltungsprozesse zukunftsfähig aufzustellen, Mitarbeitende zu entlasten und den Service für die Bürgerinnen und Bürger kontinuierlich auszubauen.

Soweit nicht anders beschrieben, erfolgten die Beschlüsse einstimmig. Die komplette Sitzung sowie die Vorlagen und Beschlüsse sind auch im Internet unter http://ratsinfo.schwetzingen.de nachzulesen.

Ansprechpartner

Frau Andrea Baisch

Amtsleiterin

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